Klarer Standpunkt gegen den neuen FNP:
Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen lehnt den aktuellen Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Markkleeberg entschieden ab. Im Zentrum der Kritik steht insbesondere die geplante Rodung von 1,3 Hektar Wald für einen weiteren Parkplatz am Cospudener See als auch die Umwidmung von Ackerflächen in Wachau und Auenhain zu Bauland. „Die bereits existierenden Parkflächen am Cospudener See sind völlig ausreichend. Anstatt die zwei bereits ausreichenden Parkplätze zu erweitern, sollten wir den ÖPNV sowie Radverkehr stärken „, erklärt Dr. Eric Peukert, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Außerdem betont Stadtrat Danny Lietz, dass „fruchtbare Ackerböden ein kostbares und zu wahrendes Gut sind und die fortschreitende Versiegelung alle Bemühungen um Klimaschutz und Biodiversität zunichtemachen“.
Auch die Tatsache, dass der FNP auf Zahlen aus einem Forschungsprojekt basiert, dessen Inhalt weder der Stadtverwaltung noch dem Stadtrat vollumfänglich bekannt ist, sorgt für Bedenken. Besonders problematisch ist zudem der mangelhafte demokratische Prozess bei der Planerstellung. „Der weitgehende Ausschluss der Öffentlichkeit, die fehlende Bürgerbeteiligung seitens Stadtverwaltung sowie die Nicht-Berücksichtigung zahlreicher Einwendungen untergräbt das Vertrauen in demokratische Prozesse“, kritisiert Stadträtin Thi Linh Chi Nguyen.
„Wir fordern eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Mensch und Natur gleichermaßen berücksichtigt“, bekräftigt die Fraktion.
Unser Hinweis vom 13. März:
Die seit längerer Zeit geplante Parkplatzerweiterung am Cospudener See ist völlig inakzeptabel!
Am Mittwoch, 19. März 2025, 17:30 Uhr, Rathaus Markkleeberg, Großer Lindensaal, wird in der Stadtratssitzung über die aus Markkleeberg eingegangenen Einwendungen zum Flächennutzungsplan abgestimmt. Dabei spielt u. a. der Waldparkplatz eine wichtige Rolle. In der Bürgerfragestunde zu Beginn dieser Sitzung können aus der Zuhörerschaft Fragen gestellt werden.
Die beiden bereits bestehenden städtischen Parkplätze – am östlichen Ende der Koburger Straße und der aktuelle Waldparkplatz – sollen zu einem Großparkplatz erweitert werden, für den 1,3 Hektar Wald gefällt werden müssten.
Die derzeit bestehenden Parkmöglichkeiten sind nur an wenigen, besonders attraktiven Tagen im Jahr fast ausgelastet, überwiegend ist das jedoch nicht der Fall.

Auch wenn für den geplanten Großparkplatz Parkmöglichkeiten von Reisebussen inkl. Wendeschleifen vorgesehen sind und falls die Autos eines weiteren, derzeit privaten Parkplatzes direkt am Hafen mit aufgenommen werden sollten, darf dies kein Grund sein, eine so große Waldfläche abzuholzen und zu versiegeln.
Wir fragen zudem:
° Warum wird in Kauf genommen, dass durch die Parkplatzerweiterung noch mehr Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung entstehen und warum werden den anliegenden Bürgerinnen und Bürgern diese zusätzlichenVerkehrsbelastungen zugemutet?
Das bisherige und durchaus ernstzunehmende Problem der „Wildparker“ an besonders frequentierten Tagen in den Anliegerstraßen ist gewiss kein Zustand, wird aber vermutlich durch einen zahlungspflichtigen Großparkplatz nicht besser.
° Der Cospudener See wird schon jetzt, besonders in der Saison, stark besucht. Durch eine weitere gelenkte Zunahme der Besucherströme befürchten wir die Tendenz zur Übernutzung. Bekanntermaßen schadet Übernutzung mit seinen Folgen der Attraktivität eines Erholungsgebietes.
° Warum wird in Zeiten des bereits spürbaren Klimawandels und dessen Folgen die CO2-Speicherung des Waldes und des Waldbodens so gering geachtet?
Denn die geplanten Ersatzpflanzungen (nicht in Markkleeberg) sind kein Ersatz für die ökologische Leistung von mindestens 40-jährigen Bäumen. Statt CO2-Speicherung Versiegelung – das ist keine zukunftsfähige Planung.
Für eine Lösung von Verkehrsströmen sei ein Spruch von Albert Einstein zitiert:
„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
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